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E-Book-Reader nicht aufzuhalten

E-Books sind aus dem heutigen Leben kaum noch wegzudenken. Auch auf der Frankfurter Buchmesse zieht der E-Reader derzeit viel Aufmerksamkeit auf sich.

Der wachsende Erfolg von sogenannten E-Book-Readern war jedoch vor ein paar Jahren noch nicht absehbar. Zwar brachte die Firma NuvoMedia den ersten E-Book-Reader “Rocket eBook” schon 1999 auf den Markt, jedoch war dieser kommerziell erfolglos und wurde bis 2007 wieder vom Markt genommen. Amazon legte dann im November 2007 mit der Veröffentlichung des Kindles in den USA den Grundstein für den heutigen weltweiten Erfolg von E-Readern. Das Gerät begeisterte vor allem durch die direkte Anbindung an den Onlineshop von Amazon per Mobilfunk. 2009 folgten dann weitere Veröffentlichungen von E-Readern durch Konzerne wie Samsung, Sony oder auch Barnes and Noble.

Im April diesen Jahres wurde bekannt gegeben, dass Amazon erstmals mehr elektronische Bücher als gedruckte Exemplare verkaufte. Dieser erstaunliche Erfolg des E-Books wird nun sogar mit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg verglichen. Tatsächlich ist das E-Book kaum noch aufzuhalten. Damit folgt der Buchmarkt dem allgemeinen Trend der Digitalisierung und löst sich damit zunehmend von seinem Trägermedium. Derzeit bietet der Weltbild-Verlag seinen E-Book-Reader 3.0 zum Preis von nur 60 EUR an und auch Thalia verkauft seinen E-Reader Oyo für nur 99 EUR. Amazon zog nach und bietet sein Einsteigermodell seines Lesegerätes für nur 99 EUR an. Der Konkurrenzkampf ließ auch Sony den Preis für seinen Reader PRS-T1 um ca. ein Drittel senken.

Der große Erfolg der E-Readers hat damit großen Einfluss auf die Buchbranche, auf die Verlage, Autoren und Leser selbst. Als problematisch wird jedoch oft noch empfunden, dass gelesene E-Books nicht an Bekannte weitergegeben werden können, weil Textdateien an Nutzer und Lesegeräte gebunden sind. Auch die Auswirkungen auf Bibliotheken ist bisher nicht absehbar, eine elektronische Bücherwelt für die breite Masse aber durchaus denkbar.

Dieser Paradigmenwechsel lässt sich anhand von Zahlen am besten verdeutlichen. Während im Jahr 2010 weltweit rund zehn Mio. E-Readers verkauft wurden, erwarten Experten für dieses Jahr schon 16 Mio. verkaufte E-Books. Man geht bis 2014 sogar von einer Verdopplung der Zahlen aus. Für Deutschland wird eine Verdopplung auf niedrigerem Niveau erwartet, indem man mit ca. einer Mio. verkaufter E-Reader rechnet. Die Differenz vor allem gegenüber der USA geht auf das geringere Angebot an aktuellen Buchtiteln im deutschen elektronischen Markt zurück. Dies umfasst derzeit rund 40.000 Titel, auch wenn viele Online-Buchläden von 150.000 deutschen Onlinetiteln sprechen. Diese Zahl umfasst allerdings auch Diplomarbeiten und andere Titel, die nicht die breite Masse erreichen. Bis 2012 wird erwartet, dass die deutschen Online-Buchläden einen Großteil der wichtigsten Bücher zur Verfügung habe. Damit wird Deutschland aller Voraussicht nach dem Beispiel der USA folgen, wo der Wandel von gedruckten zu digitalen Büchern schon vollzogen ist. Ob sich das E-Book endgültig durchsetzen wird, bleibt allerdings abzuwarten.

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